Die Sache mit der Kleidung im Home-Office

Was machen immer noch viele, bevor sie in einen Video-Call gehen? Nichts. Also manchmal haben sie gerade noch schnell ein sauberes Hemd oder eine saubere Bluse angezogen. Aber meistens sind sie untenrum gemütlich und oben ein bisschen schick. Da sitzen sie nun zuhause, auf ihrem Sessel oder Sofa, einen Kaffee in der Hand, manche kauen sogar noch, flauschige Hausschuhe an den Füßen, Jogginghose – im Sommer auch Shorts –und drücken auf den Link „Meeting starten“. Und plötzlich ist es ein richtiges Meeting. Sie müssen verhandeln. Es geht um Budgets, um Jobs und womöglich das Überleben der Firma. Sie beginnen zu schwitzen – und auf einmal fühlen sich Hausschuhe ziemlich deplatziert an.

Videocalls lullen uns leicht in ein falsches Gefühl von Bequemlichkeit ein. Selbst wenn sich die Bügelfalten-Geschäftsmode nicht erst seit Corona deutlich gelockert hat, ist es durchaus sinnvoll, auch während einer Online-Veranstaltung unten zumindest einigermaßen ordentliche Hosen oder Röcke anzuziehen. Denn das Tragen von etwas offiziellerer Kleidung lässt uns am Bildschirm nicht nur kompetent und selbstbewusst wirken, sondern bewahrt uns auch vor möglicherweise peinlichen Situationen. Wenn wir zum Beispiel, ohne nachzudenken, plötzlich aufstehen, um eine fehlende Unterlage zu holen…

Auch darum hat sich unsere Einstellung zu unserer Kleidung durch das Arbeiten im Home-Office innerhalb des letzten Jahres gewandelt: Antonella Giannone, Professorin für Modesoziologie an der Weißensee-Kunsthochschule Berlin hat beobachtet, dass sich etwas tut. Weg von der Jogginghose hin zu insgesamt etwas repräsentablerer Kleidung. Einerseits, um uns in der häuslichen Umgebung wenigstens etwas unserer beruflichen Rolle anzunähern. Aber auch, um unsere körperliche Präsenz zu verstärken und zu kompensieren, dass wir „nur“ auf dem Monitor sichtbar sind.

Wir tendieren dazu, die Bedeutung von Kleidung generell zu unterschätzen. Dabei ist es schon lange durch diverse Studien wissenschaftlich belegt, dass formellere Kleidung beim abstrakten Denken und bei der Konzentration hilft. Aber durch das Arbeiten zu Hause suchen wir unsere Kleidung nach anderen Kriterien aus – Ästhetik und Formalität spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Zudem bieten unsere (Sitz-)Möbel zuhause Spielraum für ganz andere Positionen und Bewegungen als die Möbel im Büro. So bevorzugen manche den Schneidersitz oder ziehen vielleicht auch mal ein Bein hoch. In einem Rock oder einer engen Hose geht das nicht. Deshalb greifen wir zuhause vermehrt zu bequemen Kleidungsstücken, gern auch mit elastischem Gummibund – was noch vor ein paar Jahren ausschließlich bei Kleidungsstücken für ältere Leute zu finden war – und nicht einmal im Second Hand Shop genommen wurde…

Übrigens haben Farben oft eine andere Wirkung am Monitor als in Präsenzveranstaltungen. Da vielen keine gute Kamera zur Verfügung steht, wirken fast alle dunklen Farben wie Anthrazit, Blau, Grün oder Aubergine in Online-Settings schwarz. Wer sich abheben möchte, sollte daher eher auf etwas intensivere, leuchtende Farben setzen. Und Vorsicht mit jeder Art von Mustern auf Hemden, Blusen, Kleidern oder Jacken: Sie lassen das Bild flimmern und führen zu Interferenzen. Spannend ist auf jeden Fall, was nach der Krise kommt. Manche haben zuhause einige Kilos zugenommen, andere wiederum waren unentwegt Joggen. Viele werden nicht mehr in ihre gewohnte Bürokleidung passen. Und die interessante Frage ist: Hält dann die Home-Office-Lässigkeit Einzug ins Büro oder sehnen sich alle wieder nach der alten „Normalität“? So oder so, egal, für welchen Look wir uns entscheiden, jeder Kleidungsstil wirkt immer nur dann überzeugend, wenn die Qualität der Materialien stimmt. Und das wird sich nicht ändern.

Redaktion: Imme Vogelsang, iv-imagetraining

Etikette Trainer International
ETI ist ein Zusammenschluss von internationalen Etikette Trainern, die gesellschaftliche Entwicklungen diskutieren, mit traditionellen Formen vergleichen und gegebenenfalls neue Standards setzen. Diese Empfehlungen werden in Seminaren, Pressegesprächen und Veröffentlichungen transportiert. Alle Mitglieder haben eine qualifizierte Ausbildung im Bereich Umgangsformen, Hotellerie, Gastronomie oder Protokoll und bilden sich ständig weiter. Dieses Netzwerk von Spezialisten steht für Aktualität, Kompetenz und Qualität.


Im Masken-Dilemma mit Make-up und Brille

Im Kampf gegen das Coronavirus wurde auch in Deutschland kurz vor Weihnachten erneut das öffentliche Leben heruntergefahren und zum zweiten Mal ein Lockdown ausgerufen. Dass mittlerweile die deutschlandweit eingerichteten Impfzentren ihre Arbeit aufnehmen konnten, verspricht Hoffnung!
In Anbetracht der noch immer hohen Infektionszahlen und der Tatsache, dass es Monate dauern wird, bis flächendeckend geimpft ist, wird uns die Maskenpflicht im Alltag allerdings noch länger begleiten. Daher wollen wir zwei scheinbar trivialen Fragen auf den Grund gehen:

  • Wie verhindere ich, dass meine Brille beim Tragen einer Maske dauernd beschlägt?
  • Wie stelle ich sicher, dass mein Make-up auch unter der Maske möglichst tadellos bleibt und nicht in der Maskeninnenseite unansehnliche Schmierspuren hinterlässt?

Brillenträger kennen das: Kaum kommen sie von draußen nach drinnen oder betreten einen Laden, um einzukaufen, schon stehen Sie im Nebel. In Sekundenschnelle hat die aufsteigende Atemluft hinter Ihrem Mund-/Nasenschutz Ihre Brille beschlagen und Sie sehen nichts mehr. Die Brille absetzen, sich ins Haar schieben oder auf die Nasenspitze rutschen lassen, um sich mit verschwommener Sicht in der Umgebung zurecht zu finden, ist kaum eine akzeptable Lösung.
Das A und O für eine glasklare Sicht – so Expertentipps – ist der richtige Masken- und Brillen-Sitz. Ihre Maske sollte im Nasenbereich eng anliegen und die Brille über der Maske getragen werden. Liegt die Maske nicht eng genug an, wird empfohlen, ein Viertel des oberen Maskenrands nach innen einzuschlagen, damit die Feuchtigkeit der Atemluft nicht nach oben steigen kann. Alternativ können Sie auch ein Taschentuch unter der Maske über die Stelle legen, auf der Ihre Brille aufliegt. Selbstgefertigte Masken sollten über einen eingenähten Draht oder ein dünnes Metallstück im Nasenbereich justierbar sein. Welches die beste „Nasenklemme“ ist, wird übrigens umfassend im Internet diskutiert. Ob ein gekürzter Pfeifenstopfer, der Verschluss eines Schnellhefters oder die Drahtschließe einer Toasttüte … der Ideenreichtum kreativer Köpfe ist beeindruckend. Darüber hinaus versprechen auch die Anwendung innovativer Mikrofasertücher, die auf Basis einer „superhydrophilen Nanotechnologie“ entwickelt wurden sowie spezielle Antibeschlagsprays stets freie Sicht.

Aber nicht nur Brillenträger*innen haben es mit Einzug der Maskenpflicht schwer. Make-up-Liebhaber*innen stecken in einem echten Dilemma, denn Make-up und Schutzmaske vertragen sich leider eher schlecht. Schnell klebt der sorgfältig kreierte Look verschmiert an der Maskeninnenseite, was zweifelsohne in zweifacher Hinsicht einen ungepflegten Eindruck bei Ihrem Gegenüber hinterlässt. Zwar verzichten einige, die im Homeoffice sind, schon auf das morgendliche Schminken. Doch hin und wieder, muss man eben doch einmal raus. Für andere wiederum ist Homeoffice erst gar nicht möglich. Obgleich es unter der Maske keiner sieht, fühlen sich viele „ganz ohne“ irgendwie unwohl, so dass nachfolgende Tipps vielleicht ein wenig Abhilfe bringen:

  • Als Faustregel für langanhaltendes Make-up gilt: Reinigen Sie Ihr Gesicht gründlich, denn nur so können Produkte richtig halten.
  • Auch wenn „Glowy Make-up“ besonders angesagt ist, sind derartige Produkte beim Tragen einer Maske alles andere als optimal. Wählen Sie Kosmetikprodukte, die einen langen Halt versprechen und eher auf pudriger Basis Akzente setzen – z. B. Mineralpuder statt Foundation, 24h Super Stay-Lipsticks statt cremiger Lippenstifte.
  • Für ein gelungenes Finish empfehlen Experten sogenannte Setting Sprays, die nicht nur fixieren, sondern auch eine feuchtigkeitsspendende Wirkung haben.

Und zu guter Letzt: Wählen Sie einen FFP2-Mundschutz. Diese Maske gilt nicht nur als besonders sicher, sondern haftet zudem nicht komplett auf Ihrer Haut.

Redaktion: Isabel Schürmann, Personality Consult; Imme Vogelsang, iv-imagetraining

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Taktvolles Verhalten im Trauerfall in Zeiten von Corona

Die Einschränkungen und Maßnahmen der Corona-Krise machen das Abschiednehmen noch bitterer. Rituale und Berührungen fallen weg – und damit ist auch der Beistand der Angehörigen schwieriger geworden. Wenn eine Umarmung und ein tröstender Händedruck tabu sind und Besuche nur eingeschränkt stattfinden können, fehlt ein wichtiger Teil im Umgang mit Trauernden. Es ist viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt – jetzt ganz besonders.

Mangels physischer Nähe kann man den Betroffenen nur mit Worten, ob nun persönlich oder schriftlich, Zuwendung schenken und das Gefühl geben, dass sie nicht allein sind. Das ist einfacher bei Menschen, denen man nahesteht als bei solchen, die man z. B. nur von der Arbeit her kennt oder weil sie in der gleichen Straße wohnen. Trotzdem sollte man bei einer Begegnung, ob persönlich oder virtuell, ein Zeichen des Mitgefühls geben. Vermeiden Sie Floskeln wie „Herzliches Beileid“ oder „Ich kondoliere Ihnen“. Persönlicher und natürlicher ist z. B.: „Es tut mir leid, dass Sie Ihre Mutter verloren haben“; „Ich habe gehört, dass Ihr Vater gestorben ist. Das tut mir sehr leid“.  Was Sie sagen, sollte von Herzen kommen. Nehmen Sie den Trauernden niemals ihr Leid weg, indem Sie relativieren oder versuchen, die Trauer mit Redensarten zu lindern. Für Hinterbliebene ist es wichtig, dass sie in ihrer Trauer ernst genommen werden. Ratschläge sind fehl am Platz.

Eine Karte oder ein Brief sind vor allem dann wertvoll, wenn der Text persönlich und individuell ist, also keine geschwollenen Formulierungen verwendet werden, die nicht zum eigenen Stil passen. Schreiben Sie handschriftlich und mit schwarzer Tinte und ergänzen Sie vorgedruckte Kondolenzkarten immer mit persönlichen Worten. Schreiben Sie, was Sie wirklich empfinden. Wenn Sie die verstorbene Person persönlich kannten, bringen Sie ihre Beziehung und gemeinsame Erlebnisse ein. Zeigen Sie Respekt vor ihren Besonderheiten und persönlichen oder beruflichen Verdiensten. Wenn Sie die verstorbene Person nicht gut oder gar nicht persönlich kannten, wie die Mutter oder den Vater einer Bekannten, können Sie z.B. so darauf eingehen: „Ich bin Deiner Mutter nur einmal begegnet, aber sie hatte eine herzliche, offene Ausstrahlung. Oder „Ich kannte Deinen Vater nicht persönlich, aber ich weiß, dass Ihr Euch nahestandet und dass Dir diese Beziehung nun fehlen wird“.

Wertschätzung zeigen Sie auch mit der Wahl des Schreibmaterials
Für Briefe verwenden Sie am besten schlichtes, weißes Briefpapier, das schwerer ist als 80 g/m2. Schwarz umrandetes Papier und Umschläge sind der Trauerfamilie vorbehalten und werden nicht bei Kondolenzschreiben an die Trauerfamilie benutzt. Benutzen Sie eine Briefmarke, keine maschinelle Frankierung. Das gilt auch für einen Trauerfall Im geschäftlichen Umfeld. Schreiben Sie nicht auf Firmenpapier mit dem Logo und der Bankverbindung. Tabu sind Kondolenzschreiben per E-Mail, allerdings kann man einer nahestehenden Person im ersten Schockmoment eine mitfühlende Textnachricht schicken, dies ersetzt jedoch nicht eine Karte oder einen Brief.

Zeigen Sie Empathie
Nehmen Sie sich Zeit. Hören Sie zu und sprechen Sie über den Verstorbenen, wenn Trauernde das Bedürfnis haben zu reden. Machen Sie konkrete Hilfsangebote. Sätze wie „Ruf mich an, wenn du etwas brauchst“ helfen wenig. Fragen Sie nach und lassen Sie entstehende Trauerreaktionen zu. Und stellen Sie Blickkontakt her, denn die Augen sind die Fenster der Seele. Gerade in Zeiten, wo wir eine Maske tragen und Abstand halten müssen, ist das ganz wichtig.

Redaktion: Catherine Tenger

Wertschätzender Umgang miteinander in Krisenzeiten

Werte wie Respekt, Rücksichtnahme, Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Toleranz erleben im Gegensatz zur Börse keinen Absturz, sie hatten und haben zu allen Zeiten Hochkonjunktur. Gerade in Krisenzeiten wie diesen, sind sie besonders wichtig.

Die Corona-Krise kann auch schnell zur Beziehungskrise werden – sowohl beruflich wie auch privat. In Zeiten von Homeoffice oder Quarantäne hocken Familien aufeinander – mehr und länger als sonst. Dazu kommen oft wirtschaftliche Ängste. Vielen dient ein solcher Zustand als Rechtfertigung, sich gehen zu lassen und schlecht zu benehmen. Doch wertschätzend und höflich miteinander umzugehen lohnt sich, denn gute Beziehungen zu anderen Menschen und gerade auch zu unserer Familie sind das Wertvollste, was wir haben. Achtsam und aufmerksam zu sein, Wünsche zu äußern, anstatt Vorwürfe zu machen, nichts für selbstverständlich zu nehmen, „Danke“ zu sagen, zuzuhören, aufeinander zu zugehen, um Unterstützung zu bitten – damit gelingt ein liebevoller Umgang auch in Krisenzeiten. Übrigens auch nach Corona sollte dies beibehalten werden. Dann kann man von sich sagen, die Pandemie als Chance für ein dauerhaftes Beziehungs- und Familienglück genutzt zu haben. Was innerhalb der Familie gilt, hat natürlich auch im Umgang mit Kolleg:innen, Mitarbeiter:innen, Vorgesetzten und Kund:innen Gültigkeit.

Um Kritik wertschätzend zu äußern sollte man daher das „WWW-Prinzip“ anwenden: Wahrnehmung („Mein Eindruck ist, dass …“), Wirkung („Für mich bedeutet das…“, „Ich empfinde dabei …“) und Wunsch („Ich wünsche mir …“, „Ich schlage vor, dass …“). Gerade ICH-Botschaften sind ein sehr gutes Mittel zur Deeskalation.

Anerkennung ist für alle ein zentrales Bedürfnis. Nur der, dem Wertschätzung entgegengebracht wird, kann wirklich glücklich sein, lautet die Erkenntnis aus der psychologischen Forschung. Und gerade dies wünschen sich laut neuesten Umfragen Mitarbeiter: innen am meisten von ihren Führungskräften. Wertschätzung schenkt einem Selbstwertgefühl, was wiederum positive Energie gibt, um gerade Krisenzeiten mit einer optimistischen Grundhaltung zu überstehen. Das müssen nicht unbedingt große Komplimente sein, sondern es genügt oftmals schon das Gefühl, gesehen zu werden. Das kann ein freundlicher Blick sein, ein Lächeln, ein Dankeschön, das von Herzen kommt, eine verständnisvolle Bemerkung, eine Aufmunterung oder auch eine nette Kleinigkeit.

Wertschätzung darf allerdings keine Einbahnstraße sein, denn die positive Wirkung fällt ja auf uns selbst zurück. Daher sollten wir selber damit beginnen, uns wertschätzend zu verhalten, anstatt auf die anderen zu warten. Ein ehrlich gemeintes Lächeln oder ein kleines Lob können den Tag erhellen. Hier gibt es keinen Grund für Sparsamkeit! Auch die sogenannten „Zauberwörter“ des guten Benehmens wie „Bitte“ und „Danke“ kann man nicht oft genug sagen. Und bereits durch das Ansprechen des Gegenübers mit seinem Namen und einem freundlichen Lächeln zeigt man Interesse, Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Besonders jetzt, in diesen herausfordernden Zeiten, ist es wichtig, andere anzuerkennen und zu stärken, wo immer es möglich ist, egal ob Familienmitglieder, Freunde, Bekannte, Kolleg:innen etc. Dabei kommt definitiv nur Gutes heraus!

Redaktion: Kristin Koschani-Bongers;Imme Vogelsang, iv-imagetraining

Etikette Trainer International
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Open Space und die Arbeitswelt nach Corona

Noch Anfang des Jahres galt das Open Office (auch Open oder Multi-Space Büro genannt) – neben agilen Arbeitsmethoden, New Leadership, mobilem Arbeiten und Work-Life-Blending – als einer der Mega-Trends moderner Arbeitskultur. Dabei bieten die im besten Fall loftartig „durchdesignten“ Büroflächen mit gutem Schallschutz nicht nur eine Arbeitsatmosphäre, in der Kreativität und Produktivität durch Desk-Sharing gefördert werden sollen, sondern auch genügend Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten. Außerdem prägen gemütliche Sitzbereiche mit Erfrischungsstation und gesunden Snacks, aber auch wellness- und freizeitorientierte Elemente (wie beispielweise Massagestühle, Tischkicker, Boxsack & Co.) die neue Bürowelt. Apple, Facebook und Google waren unter den ersten, die uns den neuen Bürostyle vorgemacht haben.

Und wie sieht das heute aus?
Mit der Corona-Pandemie hat sich das schlagartig geändert. Covid-19 brachte uns das Büro nach Hause. Das Pendel schwingt ins andere Extrem. Arbeiten muss plötzlich im „Pandemie-Office“ über Collaboration-Tools und in Videokonferenzen stattfinden – z. T. zwischen Homeschooling, fehlender Kinderbetreuung und im schlimmsten Fall
mittendrin am Küchentisch.
Wie sich unsere Arbeitswelt weiter entwickeln wird, ist noch nicht vorhersehbar. Auch wenn sich die Einstellung vieler Unternehmen gegenüber Homeoffice grundlegend geändert hat, ist das Open Office nicht vom Tisch. Die Zukunft des neuen Arbeitens liegt vermutlich in der Mitte.
Daher ist es wichtig, sich nach Monaten im Homeoffice, in dem Sie das Zepter in der Hand halten, immer wieder auch die üblichen Verhaltensregeln im Open Space in
Erinnerung zu rufen. Und dazu gehören:

  • Gemäßigte Lautstärke im Austausch mit Kollegen oder Dritten am Telefon dankt Ihnen jeder, auch wenn heute geräuschisolierende Kopfhörer oftmals schon zur Grundausstattung gehören.
  • Öffnen oder schließen Sie die Fenster nicht ohne Rücksprache mit den in der Nähe sitzenden Kollegen. Nicht jeder hat die gleichen Temperaturempfindungen. Selbiges gilt für das Verstellen des Temperaturreglers der Klimaanlage.
  • Verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz immer sauber und ordentlich, denn wer weiß, wo Sie aufgrund von Desk-Sharing morgen sitzen?
  • Vermeiden Sie emotionale Ausbrüche, wenn es einmal anders läuft, als Sie sich das vorgestellt haben oder Sie unter Stress arbeiten.
  • Bleiben Sie Zuhause, wenn Sie krank sind. Erkältungsviren und sonstige Infekte verbreiten sich vor allem im Open Space rasant.
  • Genießen Sie Ihren nicht immer für alle gleichermaßen gut duftenden Mittagssnack an der frischen Luft oder in der Büroküche.

Als Folge der Pandemie müssen sich Arbeitgeber nun intensiv Gedanken darüber machen, wie sie in ihren Räumlichkeiten Infektions- und Arbeitsschutz umsetzen.
Möglicherweise wird es zur Aufhebung der Desk-Sharing Policy sowie zur Einrichtung von Einbahnstraßen und gesperrten Bereichen in den (vielleicht erst kürzlich) umgebauten Loftbüros kommen, die eigentlich flexible Arbeitsplätze und einen regen Austausch unter den Mitarbeitern ermöglichen sollten.

Bleiben wir gespannt!

Redaktion: Isabel Schürmann, Personality Consult; Imme Vogelsang, iv-imagetraining

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Lasst Emojis ins Büro – und Homeoffice

„Lasst Emojis ins Büro!“ meinen die einen. „Kindische Smileys gehören nicht in die Geschäfts-Korrespondenz!“, sagen die anderen. Millionen Menschen folgen dem Zeitgeist und verwenden sie, um Texte zu verkürzen und Emotionen anzuzeigen. Man könnte fast glauben, dass Nachrichten in der digitalen Welt ohne Schmunzelgesicht schon reserviert wirken.

In der aktuellen Lage mit Kontakt- oder Ausgangssperren, ist das Bedürfnis gestiegen, per E-Mail und anderer Messenger Dienste dem Kommunikationspartner Zuneigung zu zeigen oder die eigene Befindlichkeit auszudrücken. Auch dem bereits bekannten Geschäftspartner. In der digitalen Welt hat das Coronavirus ebenfalls ganz schnell mit neuen Emojis Zeichen hinterlassen. Virtuell Umarmen geht nun auch. Diese Sticker sollen Sympathie, Unterstützung und Fürsorge ausdrücken. Vor allem im familiären Kreis sind sie bestens geeignet.

Welche Empfehlungen gibt es generell?
Die stammen aus der Internet-Steinzeit (Netiquette 1995) und empfehlen einen sparsamen Umgang mit Emoticons (:-), :-(, :-O). Emoticons drücken Gefühlszustände aus und lassen sich durch normale ASCII-Zeichen erzeugen (American Standard Code for Information Interchange). Emojis (Smileys) lös(t)en die Emoticons weitgehend ab. Zwar sind die bunten Symbole durch den weltweit gültigen Unicode-Standard festgelegt, von Smartphone zu Smartphone weisen jedoch nicht wenige grobe Unterschiede auf. Ein und dasselbe Symbol kann bei Apple, Microsoft, Samsung etc. anders interpretiert werden… Dazu noch das generelle Gesten-Problem. Als Beispiel das Victory-Zeichen. Frieden und Sieg meinen wir, in anderen Ländern ist das das Symbol für den Stinkefinger.

Was sagt die Wissenschaft?
Je nach Studie fanden Forscher recht Gegensätzliches heraus:
Laut der Studie „The Dark Side of a Smiley“ der Universitäten in Be’er Sheva und Haifa lassen die kleinen Symbole den Nutzer inkompetenter und unprofessioneller erscheinen. Ein Smiley sei kein angemessener Ersatz für ein Lächeln. Auf Nachrichten, die Emojis enthielten, würde weniger detailliert und faktenreich geantwortet, weil man die Smiley-Benutzer nicht für besonders clever hielte. Darum sollte in Job-Mails oder
-Nachrichten besser auf vermeintlich auflockernde Emojis verzichtet werden.

Andere Ergebnisse finden sich in einer neueren Untersuchung der Frankfurter Hochschule für angewandte Wissenschaften. Kritische E-Mails von Vorgesetzten an Mitarbeiter hätten folgenden Effekt: Durch ein positives Emoticon würde der Angesprochenen die Kritik inhaltlich zwar mitbekommen, sich jedoch weniger als Person infrage gestellt sehen.  

Eine Abmahnung mit Smiley?
Also dann in Zukunft Kündigungen mit Zwinker-Zwinker garnieren, damit der Geschasste sich noch als Mensch fühlt? Wer sich Zeit nimmt, um klar und deutlich zu formulieren, benötigt nicht zwingend zusätzliche „Erklärer“. Humor und Sarkasmus elektronisch rüberzubringen ist auch schwer. Ohne Körpersprache und Tonalität kann das schnell zu Missverständnissen führen. Zu allem Übel sitzt am anderen Ende auch noch ein Mensch aus Fleisch und Blut. Wer auffällig lange über der richtigen Wortwahl grübelt, sollte besser telefonieren als schreiben. Denn nicht immer ist eine E-Mail der ideale Kommunikationsweg. Vor allem nicht, wenn erst mal erklärt werden muss, was zwischen den Zeilen steht.

Fazit:
Emojis passen immer dann, wenn der Umgangston auch sonst locker und es in der Branche üblich ist. Und wenn vor allem der Adressat die Symbole und deren Bedeutung dahinter versteht. Dann können Emojis mal eben Mimik und Gestik ersetzen. Bewerbungen, Rechnungen, Angebote etc. sollten selbstredend OHNE auskommen.

Durch den aktuellen Lockdown wird viel mehr schriftlich kommuniziert. Emojis sind an diese Form gebunden. Nach heutigem Stand der Wissenschaft kann niemand sagen, wie sich in diesem Kontext der Umgang mit den über 3.000 Bildzeichen entwickeln wird, so die Linguistin Dr. Christa Dürscheid von der Universität Zürich. Aber Digitalisierung hin oder her, immer noch gilt: Ein reales Lächeln lässt sich durch nichts ersetzen!

Redaktion: Susanne Helbach-Grosser, TAKT & STIL, Imme Vogelsang, iv-imagetraining

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Die Mimik ist der Spiegel unserer Emotionen

Kinder sind wahre Meister im Gesichterlesen. Eine Kunst übrigens, die auch Tiere beherrschen. Hunde zum Beispiel können Emotionen am menschlichen Gesicht erkennen – und das sogar bei unbekannten Personen, wie For- scher der Veterinärmedizinischen Universität Wien nachwiesen. Ob sie dabei jedoch auch immer deren Bedeutung verstehen, sei allerdings unklar. Es spreche aber einiges dafür, dass die Hunde ein lächelndes Gesicht als positiv, ein wütendes Gesicht hinge- gen als negativ empfinden.

Während die tierischen Hausgenossen auf diese Fähigkeit angewiesen bleiben, verler- nen die Menschen im Laufe des Erwachsen-Werdens das Gesichterlesen jedoch im- mer mehr. Warum? Weil sich Kinder, die noch nicht sprechen können, komplett auf die Mimik anderer Menschen verlassen müssen, um mit ihnen zu kommunizieren. Solange Kinder mit Sprache und Worten noch nicht viel anfangen können, sind sie stark auf nonverbale Signale angewiesen. Je besser allerdings die verbale Sprache beherrscht wird, und je höher die Ablenkung durch eine Vielzahl von Medien ist, desto mehr ver- lernt der Mensch, die Mimik zu lesen. Doch glücklicherweise ist es wie beim Fahrrad- fahren: Man verlernt das Decodieren nonverbaler Codes nicht komplett.

Tief im Inneren bleiben wir spezialisiert darauf, die Emotionen anderer zu deuten und mimische Signale blitzschnell zu entschlüsseln. Neben Erkenntnissen wie Geschlecht, ungefähres Alter und mögliche Charakterzüge entscheiden wir in 100 Millisekunden auch anhand der Mimik, ob unser Gegenüber sympathisch ist oder nicht. Nur unser Gesicht ist in der Lage, sämtliche Emotionen abzubilden. Grund sind die vom limbi- schen System gesteuerten Muskeln, die unmittelbar mit unserem Gefühlszentrum ver- bunden sind.

Verräterisch sind die sogenannten Mikroexpressionen. Das sind kurze, unwillentliche und emotional ausgelöste Gesichtsausdrücke, die sich nur für Sekundenbruchteile zei- gen. Der Mimikexperte Dirk W. Eilert schließt daraus: „Ein echtes Pokerface gibt es nicht“. Denn es geht ums Überleben. Immerhin sicherte das blitzschnelle Erkennen von Gefahren das Überleben in der freien Natur. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Büro im sechsten Stock eines Hauses. Sie wollen kurz den Raum verlassen und öffnen die Bürotür. Vor Ihnen steht ein riesiger Tiger und brüllt. Wer jetzt anfängt zu überlegen „Wie kommt der Tiger in den sechsten Stock“, ist bereits tot. Deshalb hat es die Natur so eingerichtet, dass wir in derart lebensbedrohlichen Situationen ausschließ- lich rein instinktiv reagieren und die Tür sofort zuschlagen. Während dieser Zeit kann unser Gehirn nicht „denken“ – und von daher sind wir in dem Moment auch nicht in der Lage, unsere Emotionen in Form von Gesichtsausdrücken bewusst zu steuern.

Unsere Mimik liefert in den ersten 40 bis 500 Millisekunden, in denen ein Sinnesein- druck auf unser limbisches System im Gehirn trifft, wichtige Hinweise darauf, was in einem Menschen vor sich geht. Sie drückt Gefühle aus, aber auch kognitive Prozesse und unterstützt in einer Unterhaltung das gesprochene Wort. Die Wissenschaft unter- scheidet hier sieben Primäremotionen, die sich rein in der Mimik kulturübergreifend gleich zeigen: Angst, Überraschung, Ärger, Ekel, Verachtung, Trauer und Freude.

Eine Sonderform nimmt übrigens die Schmerz-Mimik ein, die nicht nur physisch verur- sacht wird, wenn wir wirklich körperliche Schmerzen empfinden, sondern auch psy- chisch. Das passiert zum Beispiel, wenn wir einen Preis als zu hoch empfinden: In un- serem Gesicht zeigt sich das dann in Form von subtilen Schmerz- oder Ekel-Signalen.

Redaktion: Imme Vogelsang, iv-imagetraining

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Der perfekte Gastgeber im Unternehmen

Jeder kennt das: In der Vorweihnachtszeit häufen sich die Einladungen – sowohl geschäftlich als auch privat. Oft weiß man gar nicht mehr, wie man alles unter einen Hut bringen soll. Im privaten Rahmen läuft das meistens sehr entspannt ab, man kennt sich und geht vertraut miteinander um. Aber wie sieht das eigentlich im Geschäftsleben aus? Wer weiß heute noch so genau, was eigentlich eine Gastgeberrolle ausmacht?

Wenn Besucher in ein Unternehmen kommen, sollte von der obersten Führungskraft bis zum Auszubildenden jeder wissen, was zur Gastgeberrolle gehört – und sich ent- sprechend verhalten. Jeder ist mit dafür verantwortlich, dass sich Gäste in der Firma wohl fühlen. Denn jeder Besucher weiß es zu schätzen, wenn er genauso wie auch im privaten Bereich mit einer selbstverständlichen Aufmerksamkeit freundlich empfangen, begrüßt, bewirtet und verabschiedet wird.

Welche Eigenschaften zeichnen perfekte Gastgeber aus?

Das Wohlfühlen des Besuchers steht im Mittelpunkt. Gute Gastgeber sind vorbereitet: Sie sind informiert, wer kommt, woher der Besucher kommt und bestenfalls wissen sie auch etwas über seinen persönlichen Background. Sie machen ihre Gäste miteinander bekannt und sorgen für gute Unterhaltung. Wertschätzende Gastgeber wissen, über welches Thema man beim letzten Treffen gesprochen hat, sind in der Lage, das Ge- spräch zu führen – und gegebenenfalls einen Themenwechsel vorzunehmen, um auch andere am Gespräch teilnehmen zu lassen.

Lädt Ihr Unternehmen zu einem Geschäftsessen ein, sehen Sie die Veranstaltung als Chance zu beweisen, dass Sie nicht nur professionell im Geschäftsleben sind, sondern auch ausgezeichnete Gastgeber. Voraussetzung ist, Sie kennen Ihre Aufgaben, haben sich auf Small Talk und passende Gesprächsthemen vorbereitet, sind angemessen gekleidet und fit im Umgang mit Besteck, Gläsern & Co. Dann steht einem gelungenen Essen nichts mehr im Wege und Ihre Gäste sind nicht nur von Ihrem Unternehmen überzeugt – sondern auch von den Menschen, die in dieser Firma arbeiten

Redaktion: Mag. Maria Th. Radinger, Guter Stil in Wirtschaft und Hotellerie, Imme Vogelsang, iv-imagetraining

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