Souverän netzwerken: Interesse schlägt Inszenierung

Wie gelingt es, an Branchen-Events nicht nur Kontakte zu sammeln, sondern echte Verbindungen zu schaffen? Im Interview mit Travelnews spreche ich darüber, weshalb aktives Zuhören, offene Fragen und echtes Interesse oft wirkungsvoller sind als der perfekte Auftritt.

In einer Branche, die von Begegnungen lebt, zählt der persönliche Eindruck: Wer präsent ist, aufmerksam zuhört und dem Gegenüber wirklich Raum gibt, hebt sich unter den vielen oberflächlichen Interaktionen ab. Entscheidend ist nicht, möglichst viel über sich selbst zu erzählen, sondern Gespräche so zu führen, dass Vertrauen, Nähe und neue Perspektiven entstehen.

Das ganze Interview ist hier nachzulesen:
«Wer wirklich Interesse zeigt und aktiv zuhört, hebt sich sofort ab» – Travelnews

In meinen Trainings zum Thema Networking geht es um diese Fragen: Wie komme ich leicht ins Gespräch? Wie bleibe ich authentisch präsent? Und wie entstehen aus Begegnungen tragfähige berufliche Beziehungen?

Mehr dazu: Networking-Trainings von CLT Training

Was Ikebana uns über gute Präsentationen lehrt

von Catherine Tenger | 30. März 2026

Ich stand gestern in einem Blumengeschäft vor einem Ikebana-Arrangement. Was mir daran besonders gefiel: Die Wirkung entstand nicht durch Üppigkeit, sondern durch Reduktion. Wenige Zweige, eine Blüte, eine klare Linie – und viel Raum dazwischen.

Ich musste dabei sofort an viele Präsentationen denken.

Denn dort begegnet mir oft das Gegenstück zu einem Ikebana-Arrangement: Folien, auf denen möglichst alles gleichzeitig Platz finden soll. Texte, Grafiken, Zahlen, Pfeile, Botschaften, Erklärungen. Vieles davon sorgfältig vorbereitet und fachlich relevant. Und doch geht oft gerade das verloren, worauf es ankäme: Klarheit.

Eine gute Präsentation überzeugt nicht durch Fülle, sondern durch Auswahl.

Wer vor Publikum spricht, möchte fundiert und überzeugend sein – da ist die Versuchung gross, möglichst viel auf eine Folie zu packen. Doch eine richtig volle Folie schafft selten mehr Orientierung. Im Gegenteil: Sie verlangt dem Publikum zu viel auf einmal ab. Es soll lesen, zuhören, einordnen und gleichzeitig dem roten Faden folgen.

Wenn parallellaufende Informationskanäle denselben Inhalt liefern – also wenn ich fast wortgleich sage, was gleichzeitig auf der Folie steht –, entsteht keine Verdoppelung der Wirkung. Im Gegenteil: Einer der beiden Kanäle wird für das Publikum überflüssig. Und das sollte im Idealfall nicht die Person vorne im Raum sein.

Vielleicht könnten Präsentationen sich hier etwas von Ikebana abschauen: Nicht alles, was vorhanden ist, muss gleichzeitig sichtbar sein. Entscheidend ist, was bewusst gesetzt wird.

Was das für gute Folien heisst

Eine Folie ist keine Ablagefläche für alles, was man vorbereitet hat. Sie ist eine Bühne für das, was im jeweiligen Moment tragen soll.

Darum lohnt es sich, sparsam zu sein. Weniger Text. Weniger Punkte. Mehr Gliederung. Mehr Raum. Oft ist es wirksamer, eine zusätzliche Folie zu machen, als eine bestehende noch voller zu packen. Als Orientierungshilfe kann man sich merken: lieber wenige Punkte (maximal 6) und pro Folie eine Hauptbotschaft.

Das entlastet nicht nur das Publikum. Es stärkt auch die Präsentierenden. Denn je klarer die Folien komponiert sind, desto weniger geraten sie in Konkurrenz zur vortragenden Person.

Folie und Vortrag sollten sich ergänzen, nicht verdoppeln

Eine Präsentation wird dann stark, wenn Bild und Sprache zusammenwirken, ohne sich gegenseitig zu kopieren. Die Folie unterstützt. Sie illustriert, fokussiert, strukturiert. Aber sie ersetzt nicht den Vortrag.

Es ist sehr riskant, sich zu stark an die Folien zu klammern. Wer sie vor allem als Gedankenstütze benutzt, spricht leicht mehr zur Leinwand oder zum Monitor als zum Publikum. Das kostet Verbindung.

Hilfreicher ist es, die innere Struktur des Vortrags wirklich zu kennen. Ich selbst finde dafür Techniken wie den Gedächtnispalast wirklich nützlich. Wer sich die Dramaturgie einer Präsentation innerlich gut verankert, gewinnt Freiheit: im Blickkontakt, in der Sprache, in der Präsenz.

Was ausser den Folien noch Wirkung schafft

Präsentationen leben nicht nur von ihrem Inhalt, sondern auch von Resonanz. Ein paar einfache Dinge helfen enorm:

  • Wer vor Beginn bereits mit einzelnen Zuhörern in Kontakt kommt, spricht später meist entspannter. Aus der Präsentation wird eher ein Gespräch als ein Auftritt vor einer anonymen Masse.
  • Wenn es einen Vorredner oder eine Vorrednerin gibt, lohnt es sich, aufmerksam zuzuhören. Wer später einen Gedanken aufgreifen oder an einen gemeinsamen Moment im Raum anknüpfen kann, wirkt präsenter und verbundener.
  • Auch der Blickkontakt verändert viel. Nicht hektisch in den Raum scannen, sondern zunächst mit wenigen Menschen wirklich in Kontakt treten. So entsteht Schritt für Schritt mehr Ruhe und mehr Resonanz.
  • Und schliesslich lohnt es sich, das Ende bewusst zu gestalten. Eine Präsentation, die mit einer offenen Fragerunde ausläuft, verliert leicht an Spannung. Stärker ist es, Fragen vor dem Abschluss zu öffnen und danach noch einmal mit einem klaren letzten Gedanken zu enden.

Vielleicht ist das die eigentliche Kunst

Ikebana zeigt: Wirkung entsteht nicht allein durch das, was da ist, sondern durch die Art, wie es gesetzt ist. Durch Auswahl. Durch Linie. Durch Raum.

Für Präsentationen gilt dasselbe. Nicht die volle Folie bleibt in Erinnerung, sondern der klare Gedanke. Nicht die Dichte überzeugt, sondern die Stimmigkeit.

Dass Wirkung oft nicht im Mehr liegt, sondern in der bewussten Entscheidung für das Wesentliche. Wie beim Ikebana, so bei einer Präsentation.


Wer diese Punkte nicht nur lesen, sondern üben möchte: Im Training „Präsentieren und Storytelling“ findest du passende Übungen zu Einstieg, Struktur, Q&A sowie Ruhe und Präsenz.

Sprachnachricht oder Text? Gute Kommunikation wählt das passende Medium

von Catherine Tenger | 20. März 2026

Sprachnachrichten spalten. Die einen mögen sie, weil sie schnell, persönlich und unkompliziert sind. Die anderen empfinden sie als unpraktisch und aufwendig: Man kann sie nicht überall abhören, nicht rasch überfliegen und wichtige Informationen später nur mühsam wiederfinden.

Beides ist nachvollziehbar.

Genau deshalb lohnt sich ein kommunikativer Blick auf das Thema. Denn die Frage ist nicht, ob Sprachnachrichten gut oder schlecht sind. Die spannendere Frage lautet: Wann ist welches Medium für welche Botschaft passend?

Warum Menschen Sprachnachrichten mögen

Oft geht es um Nähe, Spontaneität oder schlicht darum, etwas schneller auszusprechen als einzutippen. Die Stimme vermittelt Nuancen: Freude, Anteilnahme, Dringlichkeit, Wärme, Traurigkeit. Das kann eine Nachricht menschlicher machen als ein kurzer Text. Die Grundidee dahinter ist auch theoretisch gut nachvollziehbar: Manche Inhalte profitieren von einem „reicheren“ Medium.

Warum sie bei anderen nicht immer gut ankommen

Genauso berechtigt ist die andere Seite. Was für die sendende Person bequem ist, kann für die empfangende Person sehr aufwendig sein. Eine Textnachricht lässt sich im Zug, zwischen zwei Terminen oder – wie in meinem Fall – während einer Gruppenarbeit meiner Teilnehmenden diskret lesen. Eine Sprachnachricht braucht mehr Ruhe, Aufmerksamkeit und manchmal Kopfhörer. Und sie eignet sich schlecht, wenn man später noch einmal nach einem Datum, einer Adresse oder einer Abmachung sucht.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Einer Sprachnachricht sieht man nicht an, ob sie dringend ist oder auch später gehört werden kann. Bei einer Textnachricht lässt sich meist schon auf den ersten Blick einschätzen, worum es geht und ob rascher Handlungsbedarf besteht. Im beruflichen Alltag kann das einen grossen Unterschied machen.

Gute Kommunikation denkt nicht nur ans Senden, sondern auch ans Empfangen.

Das eigentliche Thema ist nicht das Medium – sondern die Passung

Nicht jede Botschaft braucht dasselbe Format.

Eine Sprachnachricht kann sinnvoll sein,
wenn etwas Persönliches, Emotionales oder Schwer-in-Worte-zu-Fassendes transportiert werden soll.

Ein Text ist meist die bessere Wahl,
wenn Informationen klar, rasch erfassbar und später wieder auffindbar sein sollen.

Das wirkt banal, ist aber im Alltag zentral. Denn Kommunikation gelingt nicht schon dann, wenn etwas abgeschickt wurde. Sie gelingt dann, wenn das Gegenüber die Botschaft gut aufnehmen, einordnen und weiterverwerten kann. Wir kommunizieren nie in einem luftleeren Raum. Nachrichten treffen Menschen im Büro, auf der Baustelle, im Wartezimmer, in der Bahn oder zwischen zwei Verpflichtungen. Wer das mitdenkt, kommuniziert nicht nur effizienter, sondern auch wertschätzender.

Praktische Lösungen statt Grundsatzdebatten

Dass dieses Spannungsfeld real ist, zeigt auch WhatsApp selbst: Sprachnachrichten können inzwischen transkribiert werden. Die Funktion ist eine praktische Antwort auf ein verbreitetes Bedürfnis. Meine Erfahrung: Hochdeutsch und Englisch funktionieren gut, Schweizerdeutsch nicht.

Kleine Absprachen, grosse Wirkung

Noch hilfreicher finde ich allerdings einfache Absprachen. Wer gerne Sprachnachrichten verschickt, kann der Nachricht mit einem kurzen Text den nötigen Kontext geben – zum Beispiel: „nicht dringend“, „wenn du Zeit hast“ oder „bitte heute noch anhören“. So weiss die empfangende Person sofort, ob Handlungsbedarf besteht oder ob die Nachricht auch später gehört werden kann.

Und man kennt sich ja. Ich jedenfalls habe noch nie eine Sprachnachricht von einem Weak Tie erhalten, also von einer losen Bekanntschaft. Gerade deshalb könnte man untereinander auch einfache Zeichen vereinbaren, zum Beispiel als Senderin für „dringend“ und 🌿 für „hat Zeit“. Oder als Empfänger einen „Autoresponder“ schicken, z.B. 🌙 „höre ich heute Abend“

Worauf es letztlich ankommt

Die eigentliche Frage lautet für mich nicht: Sprachnachricht oder Text. In der Kommunikation geht es selten um richtig oder falsch, sondern um Stimmigkeit. Entscheidend ist, welches Medium einer Botschaft dient – und dem Gegenüber das Verstehen erleichtert. Genau darin zeigt sich kommunikative Kompetenz.

Treppenwitz: Warum uns die besten Sätze erst nachher einfallen

von Catherine Tenger | 25. Februar 2026

In vielen Sitzungen und Präsentationen gibt es diesen Moment: Eine Frage kommt, alle schauen kurz hoch, und man merkt, dass jetzt eine Antwort erwartet wird. Man sagt etwas Solides – und erst später fällt einem die Formulierung ein, die wirklich gesessen hätte. Dieses Phänomen nennt man Treppenwitz: der treffende Gedanke oder Satz, der einem erst nach der Situation einfällt – sprich: erst, wenn man schon „auf der Treppe hinaus“ ist.

Der Treppenwitz ist nicht bloss ein sprachlicher Gag. Er ist ein kleines Lehrstück über Kommunikation unter Druck. Er zeigt, wie sehr Denken, Stimme und Präsenz davon abhängen, ob wir uns innerlich frei bewegen können – oder ob wir im Moment der Entscheidung zu eng werden.

Wie es dazu kommt

In Meetings und Präsentationen laufen oft zwei Programme gleichzeitig. Das eine ist sachlich: Was ist richtig? Was ist relevant? Wie strukturiere ich das? Das andere ist sozial: Wie wirke ich? Bin ich sattelfest? Verliere ich gerade Status?

Sobald das zweite Programm die Führung übernimmt, wird Sprache vorsichtig. Man erklärt zu viel, man entschärft, man weicht aus, man liefert „unangreifbar“ statt „wirksam“. Der Kopf ist beschäftigt – nur leider mit dem falschen Publikum: mit sich selbst.

Erst wenn die Spannung abfällt, kehrt Beweglichkeit zurück. Die Brillanz kommt nicht, weil man sie draussen auf der Treppe findet – sondern weil man sie drinnen kurz verloren hat.

Die Parallele aus dem Sport: „Inner Game“ statt innerer Kommentator

Wer Tennis spielt, kennt das Prinzip aus dem Buch Tennis – das innere Spiel von W. Timothy Gallwey: In dem Moment, in dem man beginnt, die Bewegung im Kopf zu zerlegen („Ellbogen höher, früher treffen, nicht ins Netz …“), wird man enger. Technik ist da – aber sie steht plötzlich unter Beobachtung. Dann kommt nicht das Beste, sondern das Sicherste. Und manchmal nicht einmal das.

Im Gespräch passiert dasselbe. Sobald der innere Kommentator übernimmt („Wie wirke ich? War das klug? Was denken die jetzt?“), verliert man Zugriff auf das, was man eigentlich kann: klare Sätze, gute Pointen, passende Grenzen. Der Treppenwitz ist dann sozusagen die „verpasste Winner-Option“: Der richtige Schlag wäre möglich gewesen — aber er kommt erst, wenn der Druck weg ist.

Die gute Nachricht: So wie im Tennis lässt sich auch Kommunikation unter Druck trainieren – nicht indem man noch mehr analysiert, sondern indem man sich auf wenige, wirksame Anker konzentriert: Atem, Tempo, Fokus und einfache Strukturen.

Sprezzatura als Gegenmittel

Hier passt ein Begriff, der eine ganze Haltung beschreibt: Sprezzatura. Diese kultivierte Leichtigkeit, die Schwieriges so aussehen lässt, als sei es selbstverständlich. Keine Pose – eher ein stilles Können, das sich nicht anstrengt, sich zu beweisen.

Sprezzatura ist die Schwester der Präsenz. Sie entsteht, wenn man im Moment nicht kämpft, sondern führt; nicht performt, sondern kommuniziert. Und sie hat eine sehr praktische Seite: Man kann sie trainieren.


Wie gute Gedanken pünktlicher werden: 7 Strategien für Sitzungen und Präsentationen

1) Die Pause, die nach Kompetenz klingt

Die wirksamsten Sätze haben oft eine kleine Stille davor. Eine Sekunde ist genug.

Ritual: Frage – Atem – Antwort.
Die Pause ist kein Loch, das man füllen muss. Sie ist der Raum, in dem Denken stattfinden darf.

2) Weniger Performance, mehr Gespräch

Der Treppenwitz liebt die Bühne. Er hat es schwerer, wenn du innerlich auf „Gespräch“ schaltest:

Nicht performen. Besser: Ein Gespräch führen.
Nicht beeindrucken. Besser: Einen Beitrag leisten.
Nicht perfekt sein. Besser: Präsent sein.

Das klingt simpel – und ist erstaunlich wirksam, weil es den Selbstbeobachtungs-Modus leiser macht.

3) Atmung als Schaltzentrale

Wenn die Atmung flach wird, wird die Sprache flach – und das Denken hektisch.

Mini-Technik (diskret im Meeting): länger ausatmen als einatmen. Schultern sinken lassen. Erst dann sprechen.

4) Drei Startbahnen

Schlagfertigkeit ist häufig nichts anderes als ein guter Einstieg und dann Struktur. Bereite dir drei Satzanfänge vor, die dir in jeder Situation Zeit geben:

  • „Ich beantworte das in zwei Punkten …“
  • „Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es um …“
  • „Der Kern ist für mich … – und daraus folgt …“

Du improvisierst weiterhin – aber du startest nicht im Leeren.

5) Das „Notizrecht“: Zwei Wörter, dann sprechen

Gerade in anspruchsvollen Runden ist es souverän, kurz zu notieren.

Praxis: zwei Stichworte genügen. Dann Blick hoch. Dann sprechen.
Du signalisierst: Ich nehme das ernst – und ich denke klar.

6) Üben unter mildem Druck – nicht nur im Kopf

Viele üben Inhalte. Kaum jemand übt den Moment. Wer spontaner werden will, sollte sich bewusst häufiger in Situationen bringen, in denen man live reagieren muss – das ist das eigentliche Training.

7) Treppenwitze sammeln – als Rohstoff für Sprezzatura

Der Satz, der zu spät kam, ist nicht verloren. Er ist Material.

Nach jeder Sitzung (2 Minuten):

  • „Welcher Satz wäre ideal gewesen?“
  • „Wie sage ich ihn in einem Satz?“
  • „Wann bringe ich ihn das nächste Mal?“

Nach ein paar Wochen hast du ein persönliches Repertoire – und merkst: Es fällt dir immer öfter rechtzeitig ein.


Ein letzter Gedanke

Der Treppenwitz ist kein Beweis für fehlende Ausdrucksstärke. Eher für Ausdrucksstärke, die unter Beobachtung kurz die Hände hebt. Wer lernt, im Moment etwas weniger zu kämpfen, gewinnt Zugriff auf das, was ohnehin da ist: Klarheit, Humor, Haltung. Wie beim Tennis ist nicht die Fähigkeit das Problem – sondern der Zugriff unter Druck.


Wer diese Punkte nicht nur lesen, sondern üben möchte: Im Training „Präsentieren und Storytelling“ findest du passende Übungen zu Einstieg, Struktur, Q&A sowie Ruhe und Präsenz.

Kommunikation in Zeiten der KI – was wir nicht verlernen dürfen

von Catherine Tenger | 21. Januar 2026

Neulich sagte mir jemand:
„Mit einem KI-Chat zu sprechen ist so angenehm. Man wird nie unterbrochen. Man kann Gedanken zu Ende führen. Und man bekommt eine Antwort, die wirklich auf das Gesagte eingeht.“

Das stimmt. Eine KI hört – technisch gesehen – perfekt zu. Sie wartet, analysiert, greift das Gesagte auf und baut darauf auf. Keine Ungeduld, kein Abschweifen, kein „Ach so, das kenne ich, bei mir war das nämlich …“.

Und genau darin liegt die Gefahr.

Denn je mehr Menschen ihre Gespräche in diese reibungslose, wohlwollende und perfekt strukturierte Welt verlagern, desto weniger üben sie das, was echte Kommunikation ausmacht: das Zuhören in einer Beziehung zwischen zwei unperfekten Menschen. Mit all den Brüchen, Missverständnissen und Emotionen. Mit Pausen, in denen niemand weiss, was jetzt kommt.

Vielleicht ist es gar nicht übertrieben zu sagen:
Wenn wir uns nur noch mit Maschinen unterhalten, verlernen wir, einander zuzuhören.

Zuhören ist mehr als still sein

Viele Menschen sind überzeugt, dass sie gut zuhören können. Sie lassen andere ausreden, nicken, schweigen. Und doch sind sie innerlich längst woanders – beim Formulieren der eigenen Antwort, beim Bewerten dessen, was gesagt wird, beim Vergleichen mit eigenen Erfahrungen oder beim Überlegen, ob das gerade „richtig“ oder „falsch“ ist.

Echtes Zuhören ist etwas anderes. Es bedeutet, mit der Aufmerksamkeit wirklich beim Gegenüber zu bleiben, die eigene innere Stimme leiser zu drehen und offen zu sein für etwas, das man noch nicht kennt. Es heisst, nicht sofort zu reagieren, sondern erst zu verstehen. Zuhören ist keine passive Haltung, sondern eine aktive Entscheidung: Ich bin jetzt bei dir. Nicht bei mir. Und genau das macht es so anspruchsvoll.

Warum uns das Zuhören immer schwerer fällt

Unsere Kommunikationswelt hat sich verändert. Wir sind es gewohnt, jederzeit reagieren zu können – schnell, schlagfertig, effizient. In Meetings wird unterbrochen, in Chats parallel geschrieben, in Gesprächen wandert der Blick immer wieder auf Bildschirme. Dazu kommt ein subtiler innerer Druck: Ich muss etwas Kluges sagen. Ich darf keine Pause entstehen lassen. Ich sollte sofort reagieren.

In diesem Klima wirkt Zuhören fast wie Zeitverschwendung. Dabei ist es das Gegenteil. Es ist die Grundlage jeder tragfähigen Beziehung.

Die häufigsten Blockaden

Drei Blockaden begegnen mir besonders häufig und kenne ich auch selber gut:
Der innere Monolog, der schon während des Zuhörens die eigene Antwort formuliert. Eine fokussierte Wahrnehmung, die besonders aufmerksam für das wird, was das eigene Ziel unterstützt. Und die permanente Ablenkung durch Gedanken, Geräte und parallele Aufgaben. Unser Körper ist anwesend – unsere Aufmerksamkeit nicht.

Diese Blockaden sind menschlich. Aber sie verhindern echte Verbindung.

Was gutes Zuhören bewirkt

Wer sich wirklich gehört fühlt, öffnet sich schneller, vertraut mehr und wird kooperativer. Zuhören schafft Sicherheit. Und Sicherheit ist die Voraussetzung für jedes gute Gespräch – im Team, im Kundengespräch, in der Führung wie auch im privaten Umfeld.

Menschen erinnern sich weniger daran, was gesagt wurde, als daran, wie sie sich im Gespräch gefühlt haben. Wurden sie ernst genommen? Waren sie willkommen mit ihren Gedanken? Durften sie unperfekt sein?

Gerade im Feedback zeigt sich, wie entscheidend Zuhören ist: Ob Rückmeldungen als hilfreich oder als Angriff erlebt werden, hängt weniger vom Inhalt ab als von der Haltung dahinter. Wer sich gehört fühlt, kann auch Schwieriges annehmen. Wer sich übergangen fühlt, geht innerlich in den Widerstand. Wie stark diese Dynamik wirkt – und wie man Feedback so gibt, dass es verbindet statt verletzt – beschreibe ich ausführlicher in meinem Beitrag zum Thema Feedback geben und annehmen.

Gutes Zuhören ist keine Technik. Es ist eine Haltung.

Und doch lässt es sich trainieren – nicht mit grossen Reden, sondern mit kleinen inneren Verschiebungen. Eine bewusste Pause vor der Antwort. Ein kurzes Innehalten, das automatische Reaktionen unterbricht. Das Spiegeln dessen, was man gehört hat, nicht um recht zu haben, sondern um zu prüfen, ob man wirklich verstanden hat. Offene Fragen, die einladen statt zu lenken. Und eine Körperhaltung, die Präsenz zeigt: Blickkontakt, Zugewandtheit, kein Multitasking.

Diese scheinbar kleinen Gesten sagen: Du bist gerade wichtiger als mein nächster Gedanke.

Die Unvollkommenheit ist der Kern

Eine KI unterbricht nicht. Sie wird nicht nervös. Sie reagiert nicht emotional. Menschen schon. Sie stocken, schweifen ab, sagen manchmal Dinge, die sie später bereuen. Sie brauchen Zeit. Sie sind widersprüchlich.

Und genau darin liegt die Tiefe menschlicher Begegnung.

Zuhören bedeutet nicht, alles gut zu finden. Es bedeutet, dem anderen Raum zu geben, Mensch zu sein – mit Ecken, Unsicherheiten und Unschärfen. Wer nur noch perfekt geführte Dialoge erlebt, verliert die Geduld für das Unfertige. Und damit die Fähigkeit, echte Beziehungen zu gestalten.

Ein Gedanke zum Mitnehmen

Beim nächsten Gespräch – beruflich oder privat – versuche einmal, nichts leisten zu wollen. Keine brillante Antwort, keinen cleveren Einwand, keine elegante Überleitung. Nur dies: Ich bin jetzt da. Ich höre. Und ich lasse mich berühren von dem, was entsteht.

Vielleicht fühlt es sich ungewohnt an. Vielleicht sogar etwas leer. Doch genau in diesem Raum beginnt das, was keine Maschine ersetzen kann: echte Verbindung.


Zum Weiterlesen:

„Gutes Zuhören als Erfolgsfaktor“ – ein wissenschaftlich fundierter Überblick über die Rolle von Zuhören in beruflichen und sozialen Kontexten.

Itzchakov, G. & Grau, J. (2021). High-quality listening in the age of COVID-19: A key to better dyadic communication for more effective organizations. Organizational Dynamics.

Zwischen Tradition und Teamgeist: Wie moderne Weihnachtsfeiern wirklich gelingen

Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, beginnt in vielen Unternehmen die Planungsphase für die Weihnachtsfeier. Früher war sie oft Pflichtprogramm – heute ist sie eine Chance, den Teamgeist zu stärken und Wertschätzung zu zeigen. Doch wie sieht eine Weihnachtsfeier aus, die zur heutigen Arbeitswelt passt?

Vom Pflichttermin zum Erlebnis

Das klassische Menü im Restaurant mit kurzer Rede der Geschäftsführung hat ausgedient. Viele Mitarbeitende wünschen sich heute mehr als ein festliches Essen – sie wollen gemeinsam etwas erleben. Ob beim Koch-Event, im Escape Room oder bei einem kreativen Workshop: Aktivitäten, die Spaß machen und verbinden, bleiben länger in Erinnerung als jede Tischrede.

Der Rahmen zählt

Auch die Location trägt entscheidend zur Stimmung bei. Statt im üblichen (Hotel-)Restaurant treffen sich Teams heute an Orten mit Charakter: in einer urbanen Eventlocation, in einer Hütte mit Kaminfeuer oder draußen mit Glühwein und Feuerschale. Wichtig ist, dass der Rahmen zur Unternehmenskultur passt – locker, authentisch und mit Raum für echte Begegnungen.

Traditionen bewahren – aber mit Gefühl

Natürlich dürfen klassische Elemente bleiben: eine kleine Ansprache, ein symbolisches Geschenk oder das gemeinsame Anstoßen. Rituale schaffen Vertrautheit – solange sie ehrlich gemeint und nicht bloße Routine sind. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Wertschätzung.

Feiern mit Stil

Ein Punkt bleibt zeitlos: Der respektvolle Umgang miteinander. Übermäßiger Alkoholkonsum, unpassende Witze oder allzu private Gespräche sind keine gute Idee. Wer auf Augenhöhe feiert, sorgt dafür, dass der Abend in positiver Erinnerung bleibt – und das Teamgefühl gestärkt wird.

Ein Abend als Dankeschön

Am Ende ist die Weihnachtsfeier vor allem eines: ein herzliches Dankeschön an alle, die das Jahr gemeinsam gemeistert haben. Ob bei Gans und Rotwein oder beim Glühwein unter freiem Himmel – wichtig ist, dass der Abend verbindet, inspiriert und ein gutes Gefühl hinterlässt.

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Vielen Dank an meine Kollegin Maria Th. Radinger, die für unser Netzwerk Etikette Trainer International diesen Beitrag geschrieben hat.

Redaktion: Maria Th. Radinger, Guter Stil und Etikette in Tourismus, Hotellerie & Wirtschaft; Imme Vogelsang, iv-imagetraining

Feedback geben und nehmen – ein unterschätzter Erfolgsfaktor

von Catherine Tenger | 5. August 2025

„Wie Sie Feedback geben (und morgen trotzdem noch einen Job haben)“ – so heisst die neue, hörenswerte Folge des Podcasts Geht da noch was? von ZEIT Online.
Ein Thema, das mich als Kommunikationstrainerin natürlich sofort packt – nicht zuletzt, weil ich selbst schon zweimal als Gesprächspartnerin der wunderbaren Rose Tremlett im Podcast mitwirken durfte und die Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit in diesem Format sehr schätze. (Link zur Folge am Ende des Beitrags)

In der aktuellen Folge sprechen Lisa Hegemann und Rose darüber, wie man im Job ehrliches Feedback gibt, ohne das Miteinander zu gefährden – und warum es sich lohnt, die Kunst des Feedbacks zu üben.

Was mich besonders freut: Die Episode zeigt praxisnah, wie entscheidend Feedback für unsere beruflichen Beziehungen ist – ein Thema, das ich auch in meinen Trainings immer wieder mit Teams, Führungskräften und Berufseinsteigenden vertiefe.


Feedback geben – klar, konstruktiv, respektvoll

Gutes Feedback ist wie ein Kompass: Es hilft anderen, sich zu orientieren, ohne ihnen den Weg vorzuschreiben. Wer Feedback gibt, übernimmt Verantwortung – nicht nur für den Inhalt, sondern auch für den Ton.

Hier ein paar Grundprinzipien:

  • Konkret statt allgemein: „In der Präsentation heute hast du klar strukturiert und ruhig gesprochen“ wirkt hilfreicher als „Du machst das immer gut.“
  • Beobachtung statt Bewertung: Beschreiben, was man gesehen oder gehört hat – nicht interpretieren oder urteilen.
  • Ich-Botschaften statt Du-Angriffe: „Ich habe mich irritiert gefühlt, als…“ statt „Du hast schon wieder…“
  • Zeitnah und im richtigen Rahmen: Feedback wirkt am besten, wenn es frisch ist – und in einer Atmosphäre, die Vertrauen zulässt.

Feedback annehmen – neugierig statt defensiv

Wer Feedback erhält, hat die Chance, blinde Flecken zu erkennen und sich weiterzuentwickeln. Doch oft schlägt das Ego Alarm: „War das jetzt ein Angriff?“

Ein paar Gedanken, die helfen können:

  • Zuhören, ohne sofort zu kontern: Auch wenn es unbequem ist – erst einmal durchatmen und nachfragen, falls etwas unklar bleibt.
  • Nicht alles persönlich nehmen, aber ernst: Feedback ist eine Perspektive – kein Urteil über den ganzen Menschen.
  • Sich bedanken – auch für kritische Hinweise: Wer uns Feedback gibt, nimmt sich Zeit und traut uns Entwicklung zu.
  • Sortieren, was passt: Nicht jedes Feedback muss übernommen werden. Aber jedes verdient, geprüft zu werden.

Feedbackkultur braucht Mut und Übung

In einer konstruktiven Feedbackkultur ist Feedback kein Ausnahmezustand, sondern Teil des Miteinanders. Es ist normal, sich Rückmeldung zu holen – und ebenso normal, sie zu geben. Das braucht Mut, Vertrauen und eine Haltung, die Entwicklung erlaubt. Fehler und blinde Flecken sind nicht peinlich, sondern Potenzial.

Ob im Team, im Training oder im privaten Umfeld: Wer Feedback als Geschenk versteht – klar verpackt, ehrlich überreicht, offen angenommen –, legt den Grundstein für echtes Wachstum.


Tipp zum Schluss:

Probieren Sie es diese Woche bewusst aus – ein Feedback geben und eines annehmen. Vielleicht mit einem Satz wie:
„Darf ich dir eine Rückmeldung geben?“
Oder:
„Ich würde gern wissen, was dir an meinem Beitrag aufgefallen ist, das bei der Entwicklung hilfreich wäre.“
Kleine Gesten wie diese können viel bewegen.


Lust auf mehr?

In meinen Workshops trainieren wir das Geben und Nehmen von Feedback ganz konkret: praxisnah, wertschätzend – und mit einer Portion Humor. Ob für Teams, Führungskräfte oder Berufseinsteiger: Eine konstruktive Feedbackkultur bringt alle weiter.
👉 Hier geht’s zu meinem Angebot oder schreiben Sie mir direkt – ich freue mich auf Ihre Anfrage!

🎧 Hier geht’s direkt zur Podcastfolge von ZEIT Online

Empfehlung statt Eigenwerbung: Warum Sie sich von anderen vorstellen lassen sollten

von Catherine Tenger | 7. März 2025

Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen Raum voller neuer Gesichter. Eine Netzwerkveranstaltung zum Beispiel, oder ein Meeting, in dem Sie die aktuelle Marktanalyse präsentieren sollen. Noch bevor Sie sich selbst vorstellen können, sagt eine vertraute Person: „Das ist Julia Meier – eine tolle Strategin, die für komplexe Probleme immer kreative Lösungen findet.“ Wie würden Sie sich fühlen? Wahrscheinlich geschmeichelt – und gleichzeitig erleichtert, dass Sie sich nicht selbst loben mussten.

Wir alle wissen: Selbstbewusstsein ist wichtig, doch wer sich selbst anpreist, läuft Gefahr, arrogant zu wirken oder sich unter Wert zu verkaufen. Deshalb lohnt es sich, anderen das Wort zu überlassen. Eine Vorstellung durch eine dritte Person hat eine ganz andere Wirkung – vor allem, wenn diese bereits das Vertrauen der Anwesenden geniesst.

Was die ersten Worte bewirken

Wenn Sie jemanden vorstellen, überlegen Sie sich kurz, was Sie über sie sagen möchten. Damit tun Sie nicht nur ihr einen Gefallen, auch Sie selbst wirken kompetenter und souveräner. Statt „Lisa arbeitet in der Marktforschung – sie hat im Februar bei uns angefangen.“, sagen Sie doch mal „Lisa ist eine Analystin der inspirierenden Sorte – wir erleben sie sehr innovativ, strategisch und vernetzt denkend. Sie passt perfekt in unser Team“

Beide Beschreibungen können zutreffen, doch die Wortwahl beeinflusst, welches Bild im Kopf entsteht.

Vertrauen und Authentizität

Nutzen Sie die Chance, sich von jemandem vorstellen zu lassen, der Ihre Stärken betont – und vielleicht sogar Facetten zeigt, die Sie selbst übersehen würden. Eine ehrliche, wohlwollende Vorstellung zeigt nicht nur, was Sie können – sie macht Sie auch als Persönlichkeit greifbarer und authentischer. Das schafft nicht nur Sympathie, sondern öffnet auch Türen zu neuen Möglichkeiten.

Beim nächsten wichtigen Gespräch oder Netzwerktreffen: Warten Sie einen Moment, treten Sie nicht sofort selbst ins Rampenlicht – lassen Sie stattdessen jemand anderen die Bühne für Sie bereiten. Sollte das nicht passieren, können Sie sich immer noch selbst vorstellen.  Und wenn Sie die vorstellende Person sind, helfen Sie anderen, indem Sie sie ins rechte Licht rücken. Denn oft macht genau das den entscheidenden Unterschied.


Suchen Sie übrigens ein gutes Buch zum Thema Networking? „Friend of a friend“ von David Burkus (derzeit nur auf englisch verfügbar) kann ich sehr empfehlen!

Personal Branding im neuen Job: Wie der Circle of Influence Ihnen hilft, den Einstieg im neuen Unternehmen positiv zu gestalten

von Catherine Tenger | 7. Januar 2025

Für viele Menschen beginnt mit dem Januar nicht nur ein neues Jahr, sondern auch ein neuer Job. Der erste Eindruck im neuen Unternehmen ist entscheidend, doch genauso wichtig ist die Frage: Wie etabliere ich mich langfristig im neuen Umfeld und wofür möchte ich bekannt sein?

Eine hilfreiche Methode, um sich bewusst mit dem Aufbau der eigenen Marke zu befassen, ist das Konzept des Circle of Influence. Es hilft dabei, den Fokus auf das zu richten, was wir wirklich beeinflussen können – und damit die eigene Wirkung zu verstärken.

Der Circle of Influence kurz erklärt

Der Circle of Influence ist ein von Stephen Covey entwickeltes Konzept, das er in seinem Buch The 7 Habits of Highly Effective People beschreibt.

Dabei gibt es einen grossen, äusseren Kreis:

  • Circle of Concern: Dinge, die uns beschäftigen, besorgen und betreffen, die wir aber nicht beeinflussen können – wie externe Umstände, die Unternehmenspolitik, die Wirtschaftslage oder die Meinung anderer.

Und einen kleineren, inneren Kreis:

  • Circle of Influence: Dinge, die wir indirekt mit unseren Handlungen beeinflussen können – wie Netzwerken, Vertrauen aufbauen, Kommunikation und Wahrnehmung, wie andere eine Beziehung zu uns erleben, unser Ruf.

Später wurde der ursprüngliche Circle of Influence mit einem dritten, innersten Kreis ergänzt:

  • Circle of Control: Dieser Kreis umfasst alles, was wir vollständig und direkt selbst steuern können – unsere Worte, Handlungen und Entscheidungen oder wie wir mit einer Situation umgehen. Es ist der Bereich, der komplett in unserer eigenen Verantwortung liegt.

Gerade wenn man neu in Unternehmen eintritt, steht man vor der Herausforderung, seinen Platz zu finden und sich einen Namen zu machen. Dabei sollte man seine Energie gezielt nur auf die zwei inneren Kreise konzentrieren, also auf Dinge, die man wirklich beeinflussen oder kontrollieren kann:

Circle of Control maximieren

Überlegen Sie, was Sie direkt steuern können und bereiten Sie sich auch darauf vor, zum Beispiel:

  • Ihre Vorstellung im Team: Wie stellen Sie sich vor? Welche Botschaft möchten Sie vermitteln?
  • Ihre Kommunikation: Wie präsentieren Sie sich in Meetings? Welche Themen bringen Sie ein?
  • Ihr Auftreten: Kleidung, Körpersprache, Format, Authentizität – all das trägt zu Ihrem Image bei.

Circle of Influence erweitern

Überlegen Sie, wie Sie die Wahrnehmung anderer prägen oder Ihren Wirkungskreis indirekt ausdehnen können. Im Unternehmenskontext bedeutet das zum Beispiel:

  • Beziehungen pflegen: Gehen Sie aktiv auf Kolleginnen und Kollegen zu, zeigen Sie Interesse und Engagement. Bleiben Sie in Stresssituationen freundlich, auch zu denjenigen, die oft im Hintergrund bleiben. Kleine Gesten der Hilfsbereitschaft wirken nachhaltig.
  • Wissen teilen: Teilen Sie Ihre Expertise in Meetings oder in informellen Gesprächen.
  • Sichtbarkeit erhöhen: Seien Sie präsent, aktiv und authentisch – so werden Sie als zuverlässige, kompetente Person wahrgenommen.

Circle of Concern minimieren

Verschwenden Sie keine Energie und persönliche Strahlkraft auf Dinge, die Sie nicht beeinflussen können, also alles, was sich im Circle of Concern befindet– wie beispielsweise die allgemeine Stimmung im Unternehmen oder politische Entscheidungen oder das Verhalten anderer Menschen.

Personal Branding beginnt im Circle of Control

Der Aufbau Ihrer persönlichen Marke im neuen Unternehmen beginnt dort, wo Sie die volle Kontrolle haben. Indem Sie bewusst an Ihrem Ruf, Ihrem Auftreten, Ihrer Kommunikation und Ihren Beziehungen arbeiten. Ich wünsche Ihnen einen guten Start und viel Erfolg!

Zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit – Ein Generationendialog über Pünktlichkeit

Pünktlichkeit ist eine Tugend, die in der Geschäftswelt traditionell hoch geschätzt wird. Doch wie verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn jüngere Generationen mit neuen Prioritäten und Arbeitsweisen die Bühne betreten? Das Thema „Pünktlichkeit“ ist mehr als eine Frage des Timings – es ist ein Spiegel unserer Werte, unseres Respekts füreinander und unserer Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensentwürfe.

In meinem Beruf als Kommunikationstrainerin beobachte ich immer wieder, wie kulturelle und generationsbedingte Unterschiede unser Miteinander prägen. Was für die einen als Ausdruck von Zuverlässigkeit gilt, kann für andere eher eine starre Konvention sein, die Kreativität und Flexibilität einschränkt. Besonders spannend finde ich, wie stark solche Differenzen bei der Zusammenarbeit zwischen Generationen ins Gewicht fallen.

Dieser Artikel in der Handelszeitung beleuchtet das Thema aus einem aktuellen Blickwinkel. Es geht um die Frage, wie Pünktlichkeit – oder das Fehlen derselben – in der jungen Generation wahrgenommen wird und welche Konsequenzen dies für die Arbeitswelt hat. Dabei wird deutlich, dass das Thema weit mehr ist als ein simpler Verstoss gegen die Etikette: Es ist eine Einladung, unser Verständnis von Arbeitskultur und Kommunikation zu hinterfragen.

In meinen Trainings ermutige ich meine Teilnehmenden dazu, sich bewusst mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Wie gehen wir mit unterschiedlichen Erwartungshaltungen um? Wo ist Flexibilität sinnvoll, und wo wird Verlässlichkeit zum entscheidenden Faktor für Vertrauen? Es sind genau diese Fragen, die dazu beitragen können, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen und die Zusammenarbeit auf eine neue Ebene zu heben.

Der Artikel gibt spannende Denkanstösse und passt perfekt zu meinem Ansatz, Kommunikation und Zusammenarbeit nicht als starres Regelwerk, sondern als lebendiges Zusammenspiel von Perspektiven zu betrachten.