von Catherine Tenger | 5. August 2025
„Wie Sie Feedback geben (und morgen trotzdem noch einen Job haben)“ – so heisst die neue, hörenswerte Folge des Podcasts Geht da noch was? von ZEIT Online.
Ein Thema, das mich als Kommunikationstrainerin natürlich sofort packt – nicht zuletzt, weil ich selbst schon zweimal als Gesprächspartnerin der wunderbaren Rose Tremlett im Podcast mitwirken durfte und die Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit in diesem Format sehr schätze. (Link zur Folge am Ende des Beitrags)
In der aktuellen Folge sprechen Lisa Hegemann und Rose darüber, wie man im Job ehrliches Feedback gibt, ohne das Miteinander zu gefährden – und warum es sich lohnt, die Kunst des Feedbacks zu üben.
Was mich besonders freut: Die Episode zeigt praxisnah, wie entscheidend Feedback für unsere beruflichen Beziehungen ist – ein Thema, das ich auch in meinen Trainings immer wieder mit Teams, Führungskräften und Berufseinsteigenden vertiefe.
Feedback geben – klar, konstruktiv, respektvoll
Gutes Feedback ist wie ein Kompass: Es hilft anderen, sich zu orientieren, ohne ihnen den Weg vorzuschreiben. Wer Feedback gibt, übernimmt Verantwortung – nicht nur für den Inhalt, sondern auch für den Ton.
Hier ein paar Grundprinzipien:
- Konkret statt allgemein: „In der Präsentation heute hast du klar strukturiert und ruhig gesprochen“ wirkt hilfreicher als „Du machst das immer gut.“
- Beobachtung statt Bewertung: Beschreiben, was man gesehen oder gehört hat – nicht interpretieren oder urteilen.
- Ich-Botschaften statt Du-Angriffe: „Ich habe mich irritiert gefühlt, als…“ statt „Du hast schon wieder…“
- Zeitnah und im richtigen Rahmen: Feedback wirkt am besten, wenn es frisch ist – und in einer Atmosphäre, die Vertrauen zulässt.
Feedback annehmen – neugierig statt defensiv
Wer Feedback erhält, hat die Chance, blinde Flecken zu erkennen und sich weiterzuentwickeln. Doch oft schlägt das Ego Alarm: „War das jetzt ein Angriff?“
Ein paar Gedanken, die helfen können:
- Zuhören, ohne sofort zu kontern: Auch wenn es unbequem ist – erst einmal durchatmen und nachfragen, falls etwas unklar bleibt.
- Nicht alles persönlich nehmen, aber ernst: Feedback ist eine Perspektive – kein Urteil über den ganzen Menschen.
- Sich bedanken – auch für kritische Hinweise: Wer uns Feedback gibt, nimmt sich Zeit und traut uns Entwicklung zu.
- Sortieren, was passt: Nicht jedes Feedback muss übernommen werden. Aber jedes verdient, geprüft zu werden.
Feedbackkultur braucht Mut und Übung
In einer konstruktiven Feedbackkultur ist Feedback kein Ausnahmezustand, sondern Teil des Miteinanders. Es ist normal, sich Rückmeldung zu holen – und ebenso normal, sie zu geben. Das braucht Mut, Vertrauen und eine Haltung, die Entwicklung erlaubt. Fehler und blinde Flecken sind nicht peinlich, sondern Potenzial.
Ob im Team, im Training oder im privaten Umfeld: Wer Feedback als Geschenk versteht – klar verpackt, ehrlich überreicht, offen angenommen –, legt den Grundstein für echtes Wachstum.
Tipp zum Schluss:
Probieren Sie es diese Woche bewusst aus – ein Feedback geben und eines annehmen. Vielleicht mit einem Satz wie:
„Darf ich dir eine Rückmeldung geben?“
Oder:
„Ich würde gern wissen, was dir an meinem Beitrag aufgefallen ist, das bei der Entwicklung hilfreich wäre.“
Kleine Gesten wie diese können viel bewegen.
Lust auf mehr?
In meinen Workshops trainieren wir das Geben und Nehmen von Feedback ganz konkret: praxisnah, wertschätzend – und mit einer Portion Humor. Ob für Teams, Führungskräfte oder Berufseinsteiger: Eine konstruktive Feedbackkultur bringt alle weiter.
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